Mukoviszidose ist eine seltene, chronische Stoffwechselerkrankung, die Betroffene und Familien ein Leben lang begleitet. Die Versorgung ist komplex und bei der Therapie müssen viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden. Besonders direkt nach der Diagnose stellen sich viele Fragen, aber auch in späteren Lebensabschnitten gibt es Veränderungen und Herausforderungen. Genau hier setzt „MUKO on Air“ an: mit verständlichen Gesprächen, persönlichen Geschichten und medizinischen Einordnungen.
Wenn Podcasts die Bewältigung einer Erkrankung unterstützen können - Wie „MUKO on Air“ Menschen mit Mukoviszidose begleitet

Anna-Lena Strehlow
„Podcasts ermöglichen einen anderen Zugang als viele klassische Informationsangebote“, sagt Anna-Lena Strehlow vom Mukoviszidose e.V. in Bonn. „Menschen können die Folgen in ihrem eigenen Tempo hören – unterwegs, zuhause oder während der Therapie und sie können gezielt aussuchen, welche Themen gerade persönlich für ihren Alltag wichtig sind."
Wie offen der Podcast auch sensible Themen aufgreift, zeigt die aktuelle Folge über Sexualität und Mukoviszidose. Gemeinsam mit der Berliner Sexualmedizinerin Dr. Stefanie Kossow spricht Moderatorin Bettina Kirchner darüber, wie chronische Erkrankungen Körperbild, Partnerschaft, und das Liebesleben beeinflussen können. Ergänzt wird die Folge durch Erfahrungen aus der Community – darunter auch sehr persönliche Einblicke von Betroffenen.

Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um Scham, Unsicherheiten, Kommunikation in Beziehungen und die Frage, wie sich eine gute Lebensqualität trotz Erkrankung erhalten lässt. Themen, die im medizinischen Alltag oft weniger Raum bekommen, erhalten hier bewusst Aufmerksamkeit.
„Uns war wichtig, auch Themen sichtbar zu machen, über die nicht so häufig gesprochen wird“, sagt Anna-Lena Strehlow. „Die Folgen sollen Mut machen sich auch mit sogenannte „Tabuthemen“ zu beschäftigen und diese offen beim Behandlungsteam anzusprechen."
Für den Mukoviszidose e.V. ist der Podcast deshalb mehr als ein reines Kommunikationsformat. „Gerade bei einer chronischen Erkrankungen wie der Mukoviszidose kann so ein Format helfen, Wissen aufzubauen, Ängste abzubauen und die eigene Therapie bewusster mitzugestalten“ , so Strehlow.
Die Podcastfabrik begleitet die Produktion seit 2024 von der Fragebogenentwicklung über die Aufnahme bis zur Distribution. Ziel war von Beginn an ein Format, das fachlich fundiert ist, gleichzeitig aber nahbar und authentisch bleibt. Uns war wichtig, dass medizinische Inhalte verständlich vermittelt werden, ohne ihre fachliche Tiefe zu verlieren und dass auch die Community mit persönlichen Einspielern aus ihrem Alltag einbezogen wird Genau das ist gemeinsam mit der Podcastfabrik gelungen.“
Dass Podcasts im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung gewinnen, zeigt sich inzwischen auch in vielen anderen Bereichen des Health- und Patient-Empowerment. Audioformate schaffen Aufmerksamkeit dort, wo klassische Broschüren oder Informationsseiten oft an Grenzen stoßen – vor allem, weil sie Menschen emotional erreichen und sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen.
Mit „MUKO on Air“ ist so ein Format entstanden, das Information, Aufklärung und persönliche Nähe miteinander verbindet – und zeigt, wie Podcasts auch zur Förderung von Gesundheitskompetenz beitragen können.
