Zum Hauptinhalt springen

„Production Site“: Wenn Migrationsforschung zum Podcast wird

Wie wird Migration in unserer Gesellschaft eigentlich „gemacht“? Welche Rolle spielen dabei Politik, Institutionen, Wissenschaft und Medien? Diesen Fragen widmet sich „Production Site“, der neue Wissenschaftspodcast des Sonderforschungsbereichs „Produktion von Migration“ an der Universität Osnabrück.

Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereich betrachtet Migration nicht als etwas einfach Gegebenes. Er untersucht, wie politische Entscheidungen, gesellschaftliche Debatten und bestimmte Kategorien unser Verständnis von Migration prägen.

Mit professioneller Begleitung zum eigenen Podcast

„Production Site“ ist die erste Podcastproduktion des noch jungen Wissenschaftskommunikationsteams am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS). Für den Einstieg holte sich das Team bewusst Unterstützung von der Podcastfabrik.

„Wir haben uns zu Beginn unseres Vorhabens bewusst für die Unterstützung durch einen erfahrenen externen Dienstleister entschieden. Es war spannend, Einblicke in den Produktionsprozess zu erhalten und zu sehen, wie professionelle Producer:innen vorgehen. Dabei haben wir schnell viel gelernt“, sagt Vera Hanewinkel aus dem Wissenschaftskommunikationsteam des IMIS.

Für die Podcastfabrik stand deshalb nicht nur die Begleitung der Produktion im Mittelpunkt. Das Team sollte auch das notwendige Wissen erhalten, um den Podcast langfristig selbstständig umsetzen zu können. 

Viele Stimmen & zwei Sprachen 

Das Konzept von „Production Site“ ist anspruchsvoll: Jede Folge wird von anderen Wissenschaftler:innen aus dem Sonderforschungsbereich gestaltet und moderiert. Einige Episoden erscheinen auf Deutsch, andere auf Englisch. 

Auf ein Gespräch mit internationalen Gäst:innen folgt jeweils ein zweiter Teil, in dem zwei Wissenschaftler:innen das Gehörte einordnen und aus einer übergeordneten Perspektive reflektieren.

„Das macht die Produktion und deren Koordination sehr komplex. Gleichzeitig macht es den Podcast aber auch besonders. Denn so kommen ganz unterschiedliche Stimmen zu Wort und es gelingt, die vielfältigen Facetten des gesellschaftlichen Megathemas Migration aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten“, sagt Vera Hanewinkel.

Migration wird gemacht 

Der Titel des Sonderforschungsbereichs bringt die zentrale Idee auf den Punkt: Migration wird gesellschaftlich produziert. Politische Entscheidungen, Institutionen und verwendete Begriffe beeinflussen, wer als Migrant:in wahrgenommen wird und wie über Migration gesprochen wird. 

Der Podcast richtet den Blick auch auf die Forschung selbst: Wie entsteht wissenschaftliches Wissen? Welche Vorannahmen prägen Forschungsfragen und Methoden? Und was passiert, wenn Forschungsergebnisse von Politik und Medien aufgegriffen werden? 

So macht „Production Site“ ein komplexes Forschungsfeld hörbar – verständlich, vielstimmig und wissenschaftlich fundiert. „Production Site“ ist auf der Website des Sonderforschungsbereichs 1604 und auf den gängigen Podcastplattformen verfügbar.