Bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts stand hier die „Centralhalle“ (bis 1926), später „Kyffhäuser“ genannt. Sie war einer der wichtigsten Versammlungsorte Bielefelds: lange Tische, ein großer Tresen, ein Billardtisch und ein Biergarten mit bis zu 4.000 Plätzen. Tausende Menschen kamen hier drinnen und draußen zusammen – für politische Veranstaltungen, Feste und gesellschaftliche Debatten.
Die Podcastfabrik zieht um – ein neuer Standort mit viel Geschichte
Zu den historischen Momenten zählen unter anderem:
die Neugründung der Bielefelder SPD im Jahr 1890
große Treffen der Arbeiterbewegung
eine Friedenskundgebung am 28. Juli 1914, bei der der Journalist und Politiker Carl Severing vor rund 7.000 Menschen sprach
Neben Aufbruch und politischem Leben gehört auch ein dunkles Kapitel zur Geschichte des Kesselbrinks. Während der NS-Zeit wurde die Halle als Sammelstelle genutzt. Ab 1941 wurden hier jüdische Bürgerinnen und Bürger zusammengetrieben und deportiert. Mehrere Transporte führten von hier aus in die Vernichtungslager. 1944 wurde das Versammlungshaus bei einem Bombenangriff zerstört.
Vom Trümmerort zum Medienstandort
Nach dem Krieg begann der nächste Wandel:
Bereits 1946 gründete Carl Severing an diesem Ort die Zeitung „Freie Presse“, einen Vorläufer der heutigen Neuen Westfälischen.
Später entwickelte sich das Umfeld weiter:
In den 1960er-Jahren entstand eine Bunkeranlage unter dem Platz
1974 wurde nebenan das Telekom-Hochhaus eröffnet (heute H1)
Der Kesselbrink wurde über Jahrzehnte als Busbahnhof, Parkplatz und funktionale Verkehrsfläche genutzt
Ein Ort, der sich immer wieder neu erfindet.

Podcastfabrik: Mitten rein in die Zukunft von Audio
Für die Podcastfabrik bedeutet der Umzug vor allem eines: näher dran sein.
- Näher an journalistischer Produktion.
- Näher an digitalen Entwicklungen.
- Näher an den Themen der Stadt.
Der neue Standort schafft genau das Umfeld, das Audio heute braucht: Austausch, Geschwindigkeit, Vernetzung. Neben der Podcastfabrik wird auch Radio Bielefeld im Gebäude vertreten sein und aus einem Studio mit Blick auf den Kesselbrink senden.
Dass die Podcastfabrik ausgerechnet hierhin zieht, ist also kein Zufall. Der Kesselbrink an der Friedrich-Ebert-Straße war schon immer ein Ort, an dem Öffentlichkeit entsteht – früher analog, heute digital und multimedial. Ein Ort für Diskussionen, für Geschichten, für Stimmen. Mit dem neuen Medienhaus beginnt ein weiteres Kapitel dieser Geschichte. Und die Podcastfabrik ist mittendrin.
