Host Joris Alexander Krug trifft Paulina Zaeck im Globetrotter-Store in Köln – dort arbeitet sie normalerweise als Beraterin im Schlafsack- und Isomattenbereich. Genau dieser Kontrast macht die Episode besonders: Hier berichtet keine Profisportlerin aus dem Trainingslager, sondern eine erfahrene Fernwanderin aus dem Alltag heraus von einem außergewöhnlichen Projekt.

Weltrekord im Wanderflow
60 Tage, 3.000 Kilometer – jeden Tag ein Ultramarathon
Paulinas Rechnung ist ebenso simpel wie gnadenlos: Der Te Araroa ist rund 3.000 Kilometer lang, das Zeitfenster liegt bei 60 Tagen. Das ergibt im Schnitt etwa 50 Kilometer pro Tag – und damit täglich eine Distanz, die einem Ultramarathon entspricht. Was auf dem Papier nüchtern klingt, bedeutet in der Realität: lange Anstiege, Flussquerungen, Matsch, Gestrüpp, Wetterumschwünge und logistische Herausforderungen wie Gezeiten oder schwer zugängliche Abschnitte auf der Südinsel. Trotzdem bleibt Paulina konsequent im Rhythmus: früh starten, lange gehen, wenig stehen bleiben.
Minimalismus als Schlüssel zum Rekord

Ein zentraler Faktor für ihren Erfolg ist die radikale Reduktion der Ausrüstung. Statt Zelt nutzt Paulina ein leichtes Tarp, dazu Quilt und Isomatte – auf einen Kocher verzichtet sie komplett. Mahlzeiten werden kalt oder durch Aufweichen zubereitet. Der Gewinn ist nicht nur weniger Gewicht auf dem Rücken, sondern vor allem Zeit und Energie im Alltag auf dem Trail. Paulina bringt diese Strategie selbst auf den Punkt:
„Luxus war für mich, weniger zu haben.“
Weniger Ausrüstung bedeutet: schnellerer Start am Morgen, schnellerer Aufbau am Abend – und mehr Stunden, in denen Kilometer gemacht werden können.
Mentale Stärke statt Heldengestus
Trotz aller Erfahrung bleibt eine solche Tour eine enorme Belastung. Paulina spricht offen über Schmerzen, Überlastungserscheinungen und kritische Momente – etwa Hüftprobleme zu Beginn oder körperliche Warnsignale gegen Ende der Tour. Entscheidend sei dabei weniger der sportliche Ehrgeiz als die mentale Einstellung:
„Ein großer Teil von so einem Unterfangen ist die mentale Seite.“
Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Podcast-Folge: Paulina beschreibt keinen heroischen Kampf gegen den eigenen Körper, sondern ein bewusstes Arbeiten mit ihm – mit Anpassungen, Pausen, aber ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Der Te Araroa endet für sie am 90 Mile Beach im Norden Neuseelands. Mit welchem Gefühl sie ins Ziel läuft, hörst du in Folge 83 von Rausgehört dem Podcast von Globetrotter-Ausrüstung.
