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Charité, Berlin

Copyright Charité/Wiebke Peitz

Das Gender-Gap und Behandlungsfehler

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich. Die Medizin, ihre Forschung und die Entwicklung von Medikamenten ist aber immer noch sehr männlich dominiert. Über die fatalen Folgen spricht Autorin Stefani Josephs in ihrem Podcast "Ärztliche Kunstfehler".

„Ärztliche Kunstfehler“ – das ist kein Juchhu–Thema, nichts Launiges für zwischendurch, aber sehr spannend, brandaktuell und lebenswichtig, wenn man es durch die „Gender–Brille“ betrachtet. Es ist ein Lern – und Wissenspodcast mit menschlichen Schicksalen und ärztlichen Expertisen. Hier kommen Betroffene, Angehörige und Expert*innen zu Wort- so wie in einer aktuellen Episode zum Thema „Gender-Medizin“. Darum war ich auch ganz besonders daran interessiert, das Thema „Gender-Medizin“ mit einer Expertin zu beleuchten. Dazu habe ich mich mit einer Medizinerin getroffen, die Vorsitzende der „Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin DGesGM“ ist und Privatdozentin an der Berliner Charité.

Auf nach Berlin

Ganz ehrlich: dieser Gebäudekomplex im Herzen Berlins ist einfach total beeindruckend – ist ja fast ein eigenes Stadtviertel mit einem richtigen Straßennetz und gleich mehreren Bus– und Straßenbahnhaltestellen. Aber eben auch mit einer über 300jährigen Geschichte und internationalem Renommee.

Dr. Ute Seeland arbeitet unter Anderem im Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie und ist vielbeschäftigt. Es war gar nicht so einfach, einen Termin mit ihr zu bekommen. Und auch sie musste ich erst davonüberzeugen, dass die „Ärztlichen Kunstfehler“ der Podcastfabrik ein journalistisch sauberes Format sind, das aufklären und begleiten möchte und in dem die Gender-Medizin einen wichtigen Platz hat. Die Medizinerin arbeitet unter Anderem im Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie und ist vielbeschäftigt. Es war gar nicht so einfach, einen Termin mit ihr zu bekommen. Und auch sie musste ich erst davonüberzeugen, dass die „Ärztlichen Kunstfehler“ der Podcastfabrik ein journalistisch sauberes Format sind, das aufklären und begleiten möchte und in dem die Gender-Medizin einen wichtigen Platz hat.

Krankheitsbilder sind unterschiedlich

Gender-Medizin ist ein Frauen-, Männer- und Transpersonen-Ding und für alle Menschen brandspannend. Dr. Ute Seeland: „Es geht hier nicht um Frauenmedizin. Es entsteht der Eindruck, weil wir dieses Gender-Data-Gap haben. Weil bisher die Forschung vorwiegend an männlichen Mäusen und an Männern vollzogen worden ist. Aber tatsächlich haben wir auch einen großen großen Bias (=Voreingenommenheit) bei den Männern.“ So können sich Depressionen bei Männern und Frauen total unterschiedlich zeigen – und natürlich besser therapiert werden, ärztliche Fehler vermieden werden, wenn sie erkannt wurden. „Männer können auf eine depressive Verstimmung anders reagieren als Frauen , indem sie Suchtverhalten entwickeln, indem sie aggressiv werden und Gewalt ausüben…..bei den Frauen ist es eher das klassische Bild, das Zurückgezogene, Traurige.“ Darum ist es in ihren Augen so spannend, geschlechtersensible Medizin zu betreiben. 

Wie spannend diese Medizin ist hört Ihr in der Dezemberfolge im Podcast "Ärztliche Kunstfehler" mit Dr. Ute Seeland, Privatdozentin an der Berliner Charité.