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Ärztliche Kunstfehler - "behind the scenes"

In der Podcastserie über Ärztliche Kunstfehler erzählen Bettina Kirchner und Stefani Josephs Interessantes und Bewegendes über menschliche Schicksale im Krankenbett und im weißen Kittel.

Wie findet Ihr Eure Themen und Schicksale?

 

Seitdem ich mit Tina zusammen den Podcast „Ärztliche Kunstfehler“ für die Podcastfabrik produziere, gucke ich anders auf Menschen – das ist einfach so. Ihr kennt das vielleicht auch: Wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, springt es einen aus allen Ecken an. Weil man sensibel dafür ist und seine Umwelt und Mitmenschen durch diese „Brille“ ansieht. Außerdem gibt es ja auch Euch, liebe Podcasthörer*innen! Ihr schreibt uns auf kunstfehler@podcastfabrik.de und macht uns auf spannende und bewegende Fälle aufmerksam. Danke dafür. ❤

Woher kommen die Themen und wie schwierig ist es, Ansprechpartner und Informationen zu bekommen?

Manchmal ist der erste Impuls ganz einfach: ein Artikel in der Zeitung fällt ins Auge.
In der NW Paderborn habe ich Anfang des Jahres einen Artikel gelesen über einen Prozess gegen eine Mutter, die ihre beiden kleinen Töchter “krank gemacht hat“. Mit erfundenen Krankheiten hat sie die beiden kleinen Mädchen hochriskanten Eingriffen ausgesetzt, bei denen sie hätten sterben können.
Man muss noch nicht mal selbst Kinder haben, um dieses Verhalten als echt verstörend und falsch zu empfinden. Als der Prozess beendet war – zumindest vorerst – habe ich versucht, Kontakt zur Pressestelle des Gerichts in Paderborn aufzunehmen. Weil die Angeklagte aber noch Einspruch einlegen kann, konnte dort niemand mit mir sprechen. Ich wollte aber unbedingt wissen, wie es sein kann,

dass eine Mutter ihr nicht mal ein Jahr altes Kind einer gefährlichen Bauchoperation aussetzt - ohne medizinische Notwendigkeit.

Es handelt sich ja indirekt hier auch um einen ärztlichen Kunstfehler! In diesen Fall musste ein Mädchen bis kurz vor der Einschulung mit einem künstlichen Darmausgang leben – damit die Mutter für ihre Tapferkeit und ihren „tollen Job“ als Mutter Bewunderung und Mitgefühl bekommt. „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“ oder „Münchhausen-by-proxy- Syndrom“ nennt sich diese zum Glück sehr seltene Form einer psychischen Krankheit. Was ist das für ein seltsames Krankheitsbild? Ich habe Kontakt zur LWL-Klinik (Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Kliniken des Psychiatrieverbunds Westfalen) in Paderborn aufgenommen und mit Tilmann Magerkurth über das Münchhausen-by-proxy-Syndrom gesprochen, er ist dort stellvertretender ärztlicher Direktor.

Und ich wollte wissen, wie ein psychologischer Gutachter oder eine Gutachterin in einem solchen Fall vorgeht. Denn es musste geklärt werden, ob diese Frau überhaupt schuldfähig ist und somit für ihr Verhalten verurteilt werden kann.
Wie solche Gutachter arbeiten, wie das erste Urteil lautet – und wie es den beiden Schwestern heute geht – das könnt Ihr ein der Folge „Ärztliche Kunstfehler Kranke  Mutterliebe“ hier hören:
https://www.podcastfabrik.de/podcasts/aerztliche-kunstfehler/    

Passt gut auf Euch auf – und bleibt gesund!

Stefani