Masterclass: Muss ein Podcast heute Video sein?
Zwei Mikrofone, drei Kameras und ein aufwendig gestaltetes Studio: So sehen inzwischen viele Podcasts aus. Brauchen Unternehmen, Verbände und Organisationen deshalb automatisch ein Videoformat?
Wer Podcasts über Social Media entdeckt, könnte meinen, ohne Kamera gehe inzwischen wenig. Gesprächsausschnitte zeigen bekannte Hosts und ihre Gäste, Untertitel laufen durchs Bild, eine überraschende Aussage soll zum Weiterschauen bewegen. Für Unternehmen, die einen Podcast planen, entsteht dadurch schnell eine zusätzliche Frage: Müssen wir jetzt auch noch Video produzieren?
Unsere Antwort: Video kann einen Podcast sinnvoll ergänzen. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, wen das Format erreichen soll, was es erzählt und wie es genutzt wird.
Das Hören bleibt wichtig
Der Podcastvermarkter Seven.One Audio betont in seinem Podcast-Report 2026: Auch mit zunehmender Verbreitung von Videopodcasts bleibt das klassische Hören mit Abstand die wichtigste Nutzungsform. Das ist eine hilfreiche Einordnung für alle, die gerade über ihr eigenes Format nachdenken. Audio hat einen praktischen Vorteil: Ein Podcast lässt sich beim Spazierengehen, beim Kochen oder unterwegs hören. Er braucht keinen Bildschirm und schafft Raum für ausführliche Gespräche, persönliche Geschichten und verständliche Erklärungen. Für einen Unternehmenspodcast bedeutet das: Auch eine reine Audioproduktion kann eine bewusste und passende Entscheidung sein. Entscheidend sind relevante Inhalte, gute Gesprächspartner und eine Gestaltung, die zum Zuhören einlädt.
Wann Video einen Mehrwert bietet
Video wird besonders interessant, wenn es etwas zu sehen gibt, das die Geschichte bereichert. Das können die Reaktionen in einem Gespräch sein, ein besonderer Aufnahmeort oder ein Gegenstand, den jemand erklärt.
Auch für die Kommunikation rund um einen Podcast kann eine Kamera nützlich sein. Aus einer Aufnahme lassen sich kurze Ausschnitte für LinkedIn, Instagram oder YouTube erstellen. Sie können Menschen auf ein Thema aufmerksam machen und einen ersten Eindruck von den Beteiligten vermitteln.
Dabei sollte schon vor der Aufnahme klar sein, welche Rolle die Bilder spielen sollen: Geht es um vollständige Videoepisoden? Um einzelne Gesprächsausschnitte? Oder um kurze Einblicke hinter die Kulissen? Jede dieser Varianten braucht eine andere Planung.
Eine Kamera verändert die Produktion
Mit Video kommen zusätzliche Aufgaben hinzu: Licht, Bildgestaltung, Schnitt, Untertitel und passende Ausgabeformate müssen berücksichtigt werden. Auch die Aufnahme selbst kann sich verändern. Manche Gäste sprechen vor einer Kamera selbstverständlich, andere fühlen sich mit einem Mikrofon allein wohler.
„Viele Unternehmen sind beim Thema Videopodcast noch zurückhaltend. Dazu kommt: Nicht jeder Mensch fühlt sich vor einer Kamera wohl. Für ein gutes Gespräch ist aber wichtig, dass die Gäste entspannt sind und offen erzählen können. Deshalb schauen wir gemeinsam, ob Video zum Format und zu den Menschen passt“, sagt Matthias Milberg, Podcastberater bei der Podcastfabrik.
Für Unternehmen und Organisationen lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick auf die verfügbaren Ressourcen. Wer kümmert sich nach der Aufnahme um die Clips? Auf welchen Kanälen erscheinen sie? Und lässt sich dieser Aufwand regelmäßig leisten? Eine zusätzliche Kamera bringt vor allem dann etwas, wenn es auch einen Plan für das Material gibt.
Social-Media-Clips als Booster
Ein kurzer Ausschnitt und eine vollständige Episode erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Clip soll im Feed Aufmerksamkeit wecken. Eine Podcastfolge muss über längere Zeit Interesse halten und ein inhaltliches Versprechen einlösen. Deshalb braucht auch ein Videopodcast eine klare Idee, eine gute Vorbereitung und eine durchdachte Dramaturgie. Viele Aufrufe eines Ausschnitts sagen außerdem noch nicht, wie viele Menschen anschließend die ganze Folge nutzen. Wer Video einsetzt, sollte festlegen, woran der Erfolg gemessen wird.
Was passt zum eigenen Format?
Vor der Entscheidung helfen drei Fragen:
- Zielgruppe: In welchen Situationen soll sie den Podcast nutzen?
- Inhalt: Was erzählen die Bilder zusätzlich?
- Ressourcen: Welche Produktion lässt sich dauerhaft gut umsetzen?
Daraus kann ein reiner Audiopodcast entstehen, ein vollständiges Videoformat oder eine Kombination aus Audiofolgen und ausgewählten Videoclips.
Auch die Podcastfabrik erweitert dafür ihre Produktionsmöglichkeiten: Im neuen Bielefelder Medienhaus entsteht ein Audio- und Videostudio mit neuester Technik. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um künftig sowohl reine Audioformate als auch Videopodcasts vor Ort umzusetzen.
Die Podcastfabrik entwickelt gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Organisationen das Format, das zu ihren Themen, Zielgruppen und Möglichkeiten passt. Von der ersten Idee über die Produktion bis zur Veröffentlichung – mit einem klaren Blick darauf, was die Geschichte braucht.
Quelle: https://www.seven.one/portfolio/sevenone-audio/studie-10-2026-opt-in
Bielefeld, 28.10.2026